Toni Faber zum Thema Olivenbäume für den Frieden

35 Künstlerinnen unterschiedlicher Religionen aus Israel haben gemeinsam das Projekt „Woman and their Olive Trees – Art for Peace“ auf die Beine gestellt. 
Jüdinnen, Muslima und Christinnen haben das Friedenssymbol Olivenbaum unterschiedlich verarbeitet, um so einen Beitrag zu leisten zur Überwindung religiöser Vorurteile. Sie wollen auf ihre Weise mithelfen, Kindern, Jugendlichen und Frauen eine bessere, friedliche Zukunft zu ermöglichen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung im „Pfarrhaus St. Stephan“ würdigte Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg die Einladung ins christliche Herz der Stadt als Zeichen religiöser Toleranz und des Respekts. Dass er mich, den gastgebenden Dompfarrer, mangels einer möglichen korrekten Übersetzung als „Rabbi vom Stadttempel“ bezeichnete, sorgte für Heiterkeit bei den Festgästen.

Geschwister im Glauben
Voller Dankbarkeit konnte ich in meiner Rede auf die großartige Begegnung der hochkarätige Abordnung Rabbinischer Organisationen vor einer Woche unter der Führung von Oberrabbiner Arie Folger mit Papst Franziskus verweisen, bei der ihm eine offizielle jüdische Erklärung übergeben wurde.
Darin wird die neu definierte Haltung der Kirche zu nicht- christlichen Religionen vom Schreiben „Nostra aetate“ von 1965 sehr gewürdigt.
Diese aktuelle Erklärung rabbinischer Organisationen beinhaltet keineswegs ein Verwischen theologischer Differenzen, vielmehr ist sie die Zusage für den gemeinsamen Einsatz gegen das immer geringer werdende Verständnis für Religion in unserer Gesellschaft. Konkret geht es auch um das (weitere) Bemühen um Partnerschaften mit der katholischen Kirche.
Nicht ohne Stolz wies Oskar Deutsch, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, darauf hin, dass dieses historische Schreiben unter Federführung des Wiener Oberrabiners Arie Folger verfasst wurde. 
Konkrete Begegnungen sind ein wichtiger Beitrag zu gegenseitigem Verständnis von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Das angeregte Gespräch bei der Vernissage im Curhaus unter den Gästen war eine hör- und sichtbare Ermutigung, trotz aller Differenzen auch weiterhin gemeinsam für Frieden, soziale Gerechtigkeit, Sicherheit und Solidarität einzutreten.

Herzliche Einladung zum Besuch der Ausstellung „Woman and their Olive Trees – Art for Peace“

Der Autor ist Dompfarrer zu St. Stephan.
dompfarrer[at]stephansdom.at
Kolumne erschienen am 10.09.2017 im KURIER.
Bildquelle: ©Dompfarre.info / Suzy Stöckl - www.dompfarre.info