Bahnwege & Bergpfade

Auf den Spuren des Kohlenbergbaus im Hausruck

einfache Wanderung auf Forststraßen und Waldwegen, jedoch stellenweise nicht markiertWie beginnt ein idealer Wanderweg? Eben und gemütlich, garniert
mit schöner Aussicht. Genau das bietet der Hausruckwinkel, das versteckte Bauernland im Nordosten des lang gezogenen und viel gegliederten Waldrückens, der das Hausruck- vom Innviertel trennt. Südlich von Geboltskirchen sendet er einen Höhenzug gegen Wolfsegg und quer durch seine nördlichen Abhänge schlängelt sich ein brettelebener Forstweg. Was heute zum beschaulichen Dahinspazieren verleitet, war noch vor 35 Jahren harte Arbeitswelt: Die horizontale Trasse stammt von einer Bahnlinie, die die zahlreichen Braunkohlenbergwerke in diesem Bereich des Hausruckwaldes miteinander verband. Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Schienenwege Richtung Hausruck, auf denen man das begehrte Brennmaterial zu den Salinen im Salzkammergut brachte. Einer davon führte seit 1843 von der heutigen Westbahn-Station Breitenschützing (zwischen Lambach und Schwanenstadt) in eine Bergwerkssiedlung bei Wolfsegg, die heute noch den sprechenden Namen „Kohlgrube“ trägt; ab 1923 transportierte die 11 km lange, „beschränkt-öffentliche“ Schmalspurbahn sogar Passagiere. Am 10. März 1966 ratterte der letzte Zug durch das Ostrevier der Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG. Die Schienen sind längst verschwunden, aber sonst sind in der Landschaft noch einige Spuren der einstigen Betriebsamkeit zu entdecken: als Wohnhäuser adaptierte Industriegebäude, zerwühltes Gelände, Dämme und das
renovierte Tunnelportal unterhalb der Straßenkurve im Talschluss von Gschwendt. Dazwischen geht der Blick immer wieder ins Weite – hinaus ins „Landl“, ins hügelige und von unzähligen Mostobstbäumen bewachsene Tal der Trattnach. Der von einer Mauer eingefassten Quelle dieses Flüsschens begegnet man bereits 500 m nach dem Start und mit einem frischen Schluck gestärkt ist das folgende Wegstück kein Problem. Oberhalb des Weilers Oberenten erreichen wir den „Erlebnisweg Hausruckeck“, dem wir rechts nach Roßwald folgen. Dort hat sich jemand eine richtige Burg gebaut. Gleich nachdem man wieder in den Wald eintaucht, quert ein schnurgerader, aber nicht markierter Hohlweg, auf dem wir rechts hinaufwandern (zuvor sollte man jedoch den Abstecher geradeaus zum nahen Schaustollen machen). Der Hohlweg führt auf den gut 700 m hohen Hausruck-Kamm, auf dem man eine rot-weiß-rot gekennzeichnete
Route erreicht- Auf dieser Richtung „Haag“ über den bewaldeten Rücken, bis sie in den Hausruck-Höhenweg (Nr. 810) einmündet. Dort rechts über den Grubberg zur Bergstation eines Skilifts hinüber. Bald danach zu einem Andachtsbild, das an die Folgen einer Gotteslästerung erinnert, und zu einem originellen Steintisch. Rechts abzweigen und auf einem Hohlweg durch die Gschwendtleiten zum Waldrand bei Gschwendt hinunter. Dann steht der Mosteinkehr nichts mehr im Wege!

Rastmöglichkeiten: unterwegs keine, Gasthöfe und Mostheurige in Geboltskirchen und seiner Umgebung.

Quelle: Oberösterreich Tourismus GmbH

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